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Die Volkshochschule - Bildung in öffentlicher Verantwortung
In die Zukunft investieren
Volkshochschulen antworten seit ihrer Entstehung auf sich verändernde Bildungsverständnisse und neue Anforderungen und Notwendigkeiten an Individuen und Gesellschaft. Sie sind aufs Engste verbunden mit demokratischen Entwicklungen. Es hat lange gedauert, bis Bildung als Bürgerrecht für alle anerkannt wurde.
Bildung für alle, unabhängig von sozialer Schicht, Geschlecht, Bildungsabschluss und Alter, Religion, Weltanschauung und Staatsangehörigkeit: Das gehört zum Grundverständnis der Volkshochschulen. Niemand darf ausgeschlossen sein. Volkshochschulen in öffentlicher Verantwortung sind Orte gesellschaftlicher Integration. Sie sind Orte ganzheitlichen Lernens, nicht in homogenen, sondern heterogenen Lerngruppen mit unterschiedlichen Ausgangspositionen und Bildungsbedürfnissen. Volkshochschulen trennen nicht, sondern verbinden, teilen nicht auf nach sozialer Herkunft, akademischer und nicht-akademischer Ausbildung.
Gemeinsam lernen ist kein Slogan, sondern Praxis mit dem Anspruch der individuellen Förderung und der Differenzierung im Unterricht. Für die einen beginnt es mit einem Alphabetisierungskurs oder einem nachzuholenden Schulabschluss, für die anderen mit Sprachenlernen oder Interesse an modernen Medien, Gesundheits- oder Umweltbildung. Beides ist möglich: Lernen als zweite Chance sowie erweiterndes und fortschreitendes Lernen.
Was Volkshochschulen ausmacht, ist die Art des Lernens, der Umgang zwischen Dozentinnen und Dozenten und Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Lernen und Begegnung bilden eine Einheit. Lernen in der Volkshochschule beruht weitgehend auf Freiwilligkeit, der Freiheit, das zu wählen, was dem individuellen Bildungsbedürfnis entspricht oder als dringliche Notwendigkeit angesehen wird. Menschen spüren, welches Wissen und welche Kompetenzen sie für ihre Teilhabe am beruflichen, sozialen, politischen oder kulturellen Leben brauchen.
Bildung für alle ist zu einer der wichtigsten Herausforderungen moderner Gesellschaften geworden, das Lebenslange Lernen zu einer Notwendigkeit für jeden von uns. Was fehlt, ist die Verankerung der Weiterbildung im Bildungssystem, insbesondere deren ausreichende Finanzierung.
Bildung ist ein öffentliches Gut. Dieses gilt es zu schützen. Hier besteht seit langem Handlungsbedarf: Wer übernimmt Verantwortung für dieses Gut in der Weiterbildung? Bund und Länder müssen endlich ihre gesamtstaatliche Verantwortung wahrnehmen und die Weiterbildung entsprechend ihrer wichtigen gesellschaftlichen Funktion fördern. Ohne ausreichende Finanzierung wird die Forderung nach Weiterbildung für alle eine rein programmatische Forderung bleiben und die Anzahl der Bildungsverlierer wird weiter steigen. Das kann und darf nicht hingenommen werden.
Für uns kommt es nun darauf an, im Geist dieses Aufgabenverständnisses die Weiterbildung für alle zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen.

