Landesverband Rheinland-Pfalz

20.12.2016

Gesamtangebot an Volkshochschulen auf Rekordmarke

Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz verzeichnen enorme Zuwächse vor allem bei den Deutschkursen

Mainz, 20.12.2016 Das Jahr 2015 war ein ausgesprochen erfolgreiches, aber auch arbeitsintensives Jahr für die Weiterbildung. Dies belegt die gerade erschienene Volkshochschulstatistik 2015 des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) in Bonn. Erstmalig konnte mit rund 850.000 Unterrichtsstunden im Jahr für das Gesamtprogramm eine Rekordmarke erzielt werden – fast 100.000 mehr als im Vorjahr.

Großen Anteil daran hat der Programmbereich Sprachen mit mehr als 27,5% Zuwachs allein bei den Deutschkursen, rund 17% mehr Teilnehmende konnten hier verzeichnet werden. Auch im Bereich Grundbildung und Schulabschlüsse wird mit 8 % Zuwachs eine verstärkte Nachfrage deutlich. Ein erster Schritt zu dem politischen Ziel, Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund mit Weiterbildung zu versorgen, ist damit eindrucksvoll erfolgt. Dieser Trend hält sicher auch die nächsten Jahre noch an. Die Volkshochschulen nehmen sich dieser gesellschaftlichen Aufgabe weiterhin an.

Das ausgebaute Programmangebot und der intensive Beratungsbedarf gehen allerdings nicht einher mit einer größeren Personalausstattung in den Volkshochschulen. Kamen 2014 noch durchschnittlich auf jede Personalstelle 2947 Unterrichtseinheiten, wurden 2015 gar 3369 geleitstet. Ein immenses Arbeitsvolumen für die Volkshochschulbeschäftigten.

Auch den Teilnehmenden wurde in vielen Bereichen einiges abverlangt. Denn von den 40 Millionen Euro Gesamteinnahmen tragen die Teilnehmer/innen mehr als die Hälfte (52%) durch ihre Kursgebühren. Die öffentlichen Zuschüsse teilen sich Kommunen (20 %), Land (14%) und Bund (7%). „Eine weitere Erhöhung der Teilnehmerbeiträge muss auf jeden Fall vermieden werden, sonst ist Weiterbildung für jeden nicht mehr leistbar und die soziale Schere wird immer größer“, meint deshalb auch Joachim Mertes, Vorsitzender des Verbandes der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz.

Die Zahlen der Volkshochschulstatistik belegen, dass das Programmangebot nach wie vor breit gefächert ist. Gesundheitskurse sind nach wie vor im Trend, 2015 erreichten sie in rund 11.000 Maßnahmen knapp 130.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Kurse der Kulturellen Bildung, aus dem Bereich Arbeit und Beruf sowie der Politische Bildung werden ebenfalls weiter gut nachgefragt.

 

 

23.11.2016

Integration als Daueraufgabe

Volkshochschulen legen ersten Integrationsbericht vor

Der Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz hat einen ersten Bericht über die Integrationsleistungen der Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz vorlegt. Die Zahlen sind beeindruckend. Im vergangenen Jahr wurden über 2.200 Integrationsmaßnahmen durchgeführt. Für über 20.000 Teilnehmende wurden dabei insgesamt gut 317.000 Unterrichtsstunden erteilt.

„Die 69 Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz bieten mit ihrer flächendeckenden Verbreitung und als größter kommunaler Dienstleister in Sachen Integration die besten Voraussetzungen, um für Migrantinnen und Migranten eine umfassende gesellschaftliche sowie berufliche Teilhabe zu ermöglichen“, so Joachim Mertes, der Vorsitzende des Volkshochschulverbandes.

Für eine gelingende Integration halten Volkshochschulen ein breites Spektrum an Bildungsangeboten bereit: Deutschkurse, Maßnahmen zur beruflichen Integration und Abschlussprüfungen für Migrant/-innen, Fortbildungen und Qualifizierungslehrgänge für hauptamtliche und ehrenamtliche Helfer/-innen in der Integrationsarbeit sowie Veranstaltungen zur politischen Bildung der Aufnahmegesellschaft. Somit spielen Volkshochschulen eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der Herausforderungen der Zuwanderung wie auch bei der Realisierung der Chancen, die Zuwanderung bietet.

In Rheinland-Pfalz versorgen die Volkshochschulen schon seit Jahrzehnten alle Kommunen mit Integrationsangeboten für erwachsene Menschen mit Migrationshintergrund, seit einigen Jahren zunehmend auch für Kinder und Jugendliche. Die hohe Anzahl Geflüchteter, die letztes Jahr nach Deutschland kamen, bedeutete allerdings auch für die Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz einen extremen Anstieg bei der Nachfrage nach Integrationsangeboten, denen sie jedoch mit einer großen Energieleistung begegnet sind. „So hat sich beispielsweise die Zahl der Unterrichtsstunden im Integrationsbereich in der KVHS Mainz-Bingen 2015 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt“, berichtet Monika Nickels, die Leiterin der Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen und stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes.

Die Volkshochschulen begreifen die Integration von Zugewanderten als einen Prozess, der über mehrere Jahre mit bedarfsgerechten Bildungsmaßnahmen begleitet werden muss, wenn er erfolgreich sein soll. Diesbezüglich stellt der Integrationsbericht jedoch fest, dass die Strukturen zur Bewältigung dieser Daueraufgabe bislang unzureichend sind und fordert dringend die Erhöhung der Personal- und Raumkapazitäten an den Volkshochschulen, die Etablierung einer flächendeckenden und nachhaltigen Förderstruktur jenseits kurzfristiger Projektorientierungen sowie den Ausbau von Bildungsangeboten für die Aufnahmegesellschaft.

 

 

17.11.2016

GrubiNetz – Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung Rheinland-Pfalz :

Einfache Sprache – leichter lesen! Bundesweiter Vorlesetag am 18. November

Mainz, 18.11.2016 Erinnern Sie sich noch daran, dass Ihnen früher Eltern oder Großeltern vorgelesen haben, an das schöne Gefühl, spannende Geschichten erzählt zu bekommen? Auch Erwachsene hören immer noch gerne Geschichten, was sich auch an der steigenden Beliebtheit von Hörbüchern für Erwachsene zeigt. Vorlesen fördert Fantasie, Kreativität und hat auch Auswirkungen auf die Bildungschancen der Personen, denen vorgelesen wird. Das fand die Vorlesestudie der Stiftung Lesen 2013 heraus. Aus diesem Grund lesen seit vielen Jahren beim bundesweiten Vorlesetag am dritten Freitag im November Vorleserinnen und Vorleser Kindern und Erwachsenen Geschichten vor. Darunter auch immer öfter Geschichten in Einfacher Sprache.

„Wir wollen Erwachsenen einen einfachen Zugang zur Schriftsprache ermöglichen und setzen uns dafür ein, dass immer mehr Institutionen Einfache Sprache verwenden“ erklärt Lisa Göbel, Projektmanagerin von GrubiNetz – Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung Rheinland-Pfalz. „Dabei geht es vor allem darum, alltägliche Informationen verständlich auszudrücken, damit sie von möglichst vielen Menschen verstanden werden.“ Nicht nur Sachinformationen werden immer öfter in Einfache Sprache übersetzt, sondern auch Romane und Geschichten für Erwachsene, die ihnen die Freude am Lesen näherbringen wollen.

Am bundesweiten Vorlesetag bietet GrubiNetz zusammen mit den Kreisvolkshochschulen Mainz-Bingen und Südliche Weinstraße je eine Veranstaltung zum Thema „Einfache Sprache – leichter lesen“ an. Die teilnehmenden Institutionen lernen dabei, wie sie Einfache Sprache anwenden und damit Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen haben, helfen können.

Das Projekt GrubiNetz bindet in seinem Kompetenznetzwerk verschiedenste Institutionen ein, die Kontakt zu Menschen mit Grundbildungsbedarf haben. Gemeinsam bauen sie Unterstützungsstrukturen mit unterschiedlichen Angeboten auf. Diese können beispielsweise so aussehen, dass Broschüren, Briefe oder Informationen im Internet in Einfache Sprache übersetzt werden. Oder dass Weiterbildungsträger Interessierte zu ihren Kurs- und Lernangeboten beraten. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur gefördert.

 

 

11.11.2016

Kochschule für leichten Genuss - Bundesweite Aktion der Volkshochschulen in Kooperation mit dem Diabetes Ratgeber

Mainz, 14.11.2016. Gesünder essen mit Genuss? Geht nicht? Geht doch! Dies zeigt ein neues Programm, das Ernährungsexpertinnen der Volkshochschulen und des Diabetes Ratgeber passend zum Weltdiabetestag am 14. November gemeinsam entwickelt haben.

Im Mittelpunkt der Kochkurse stehen Rezepte aus der Kochschule „100 Rezepte für leichten Genuss“. Sie bieten vollen Geschmack, sparen aber bei Fett und Kohlenhydraten. Gemeinsam wird im Kurs ausprobiert, gekocht und geschlemmt. So macht Essen am meisten Freude. Und mit dieser Art zu kochen gelingt es, nicht nur Blutzucker- und Cholesterinwerte zu senken, sondern auch langfristig Gewicht zu reduzieren.

Gesundheitsförderung und Prävention spielen im Programm der Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz schon lange eine wichtige Rolle. Neu ist in diesem Herbst, dass spezielle Ernährungskurse rund um das Thema Diabetes angeboten werden.

Heute leiden deutschlandweit mehr als sechs Millionen Menschen an Diabetes Typ 2. Bis zum Jahr 2030 gehen Expertenschätzungen von rund acht Millionen Betroffenen aus. Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung ist neben der gestiegenen Lebenserwartung ein Lebensstil mit ungünstiger Ernährung und zu wenig Bewegung.

Doch Diabetes ist kein Schicksal. Durch gesündere Ernährung und mehr Bewegung lässt sich die Erkrankung vorbeugen. Genuss und leichte Küche sind kein Widerspruch, wie die vhs- Kochkurse zeigen. „Die Volkshochschulen wirken ganz entscheidend daran mit, dass möglichst viele Menschen umfassende Gesundheitskompetenzen erwerben können. Mit ihrem breiten Angebot leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz“, erläutert Verbandsdirektorin Steffi Rohling.

Die vhs-Kurse „Kochschule für leichten Genuss“ sind gut für alle, die auf ihre Gesundheit achten, aber auf Genuss und leckeres Essen nicht verzichten möchten. Sie werden bundesweit in Kooperation mit dem Diabetes Ratgeber des Wort&Bild-Verlages angeboten.

 

 

24.10.2016

Mit Weblernen Lernmöglichkeiten in Volkshochschulen erweitern

Mainz, 24.10.2016. Vier Pilotvolkshochschulen starten heute in ein neues Projekt. In einem sogenannten Digicircle wollen die benachbarten Volkshochschulen Ingelheim, Kirn, Bingen und die Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen „Erweiterte Lernwelten“ für die Volkshochschulen handhabbar machen. Unterstützt werden sie dabei durch die fachliche Expertise des Projektpartners medienundbildung.com. Mit einer Auftaktveranstaltung im Weiterbildungszentrum Ingelheim nimmt heute dieser Digicircle seine Arbeit auf.

Der Digicircle ist Bestandteil des vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz geförderten Projektes „Implementierung von Weblernen in Volkshochschulen  in Rheinland-Pfalz“. Gleichzeitig unterstützt damit der vhs-Landesverband die Umsetzung des Masterplans „Erweiterte Lernwelten“ des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV), der sich dieses Thema zum inhaltlichen Schwerpunkt für die kommenden 3 Jahre gemacht hat.

„Es gibt bereits einige Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz, die das Internet für die online-gestützte Lernbegleitung in ihren Kursen nutzen“, so Verbandsdirektorin Steffi Rohling. „Wir freuen uns, dass die Volkshochschulen durch die finanzielle Unterstützung des Ministeriums die Chance erhalten, mit neuen Einsatzmöglichkeiten zu experimentieren. Von den so entwickelten Best-Practice-Beispielen sollen nach Projektende alle Volkshochschulen profitieren. Für digitale Lernformen sind allerdings langfristige Investitionen in die Weiterbildung notwendig.“

„Wir setzen bereits das Lernportal des DVV „Ich will lernen.de“ in unseren Integrationskursen erfolgreich ein. Ich hoffe, dass wir weitere digitale Lernformen in unsere Kurse integrieren können, um neue Zielgruppen zu gewinnen.“, so René Nohr, Leiter der vhs Bingen, die sich an dem Projekt beteiligt. Einen weiteren regionalen Digicircle bilden die Volkshochschulen Bad Bergzabern, Frankenthal, Kaiserslautern und Rhein-Pfalz-Kreis.

Auch bundesweit werden zurzeit Digicircles von Volkshochschulen im Rahmen der Strategie des DVV aufgebaut. „Der Digicircle in Rheinland-Pfalz macht den Aufschlag für die Volkshochschullandschaft in Deutschland“, freut sich Stefan Will, Koordinator beim DVV. Eine Verbindung zwischen beiden Projekten herzustellen, hält er für äußerst sinnvoll. Gemeinsam werde im Digicircle erarbeitet, wie die Verknüpfung von digitalen und analogen Lernsettings praktiziert werden kann. Lernen wird mit Unterstützung des Internets inhaltlich, sozial und räumlich ausgeweitet und so können positive Lernerfolge erzielt werden. Geplant ist, dass die gegründeten Digicircles zunehmend autonom arbeiten und sich in einer Community austauschen.

 

 

14.10.2016

Kinder in Rheinland-Pfalz lernen in den Herbstferien Deutsch an der Volkshochschule

Bereits über 600 Feriensprachkurse in 2016

Mainz, 13.10.2016 In den Herbstferien finden 125 Feriensprachkurse für schulpflichtige Kinder an 38 rheinland-pfälzischen Volkshochschulen statt. Die Feriensprachkurse sind für Kinder und Jugendliche gedacht, die ohne Deutschkenntnisse während eines Schuljahres nach Deutschland kommen. Das vhs-Angebot dient dazu, schulpflichtige Kinder, die kein oder sehr wenig Deutsch sprechen, bei ihrem Lernprozess zur Aneignung der deutschen Sprache zu unterstützen. Zudem wird der Integrationsprozess durch das situationsbedingte Erlernen in Kleingruppen gefördert. Die Anzahl der von den rheinland-pfälzischen Volkshochschulen durchgeführten Feriensprachkurse für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen ist von 28 im Jahr 2010 auf insgesamt über 600 im laufenden Jahr 2016 angestiegen. Seit den Sommerferien 2016 werden die Kurse auch an den Standorten der Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende in Ingelheim, Trier, Speyer, Bitburg, Kusel, Diez und Hermeskeil durchgeführt.

Für Monika Nickels, Leiterin der Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen und stellvertretende Vorsitzende des Volkshochschulverbandes, sind Deutschkenntnisse eine zentrale Voraussetzung für die Bildungserfolge der Kinder. „Die Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen beteiligt sich von Anbeginn an mit vielen Feriensprachkursen an dem Programm. Uns ist es nicht nur wichtig, Angebote für Erwachsene zu machen, sondern auch für unsere Jüngsten. Die Feriensprachkurse stehen außerdem für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Schulen und Volkshochschulen vor Ort“, so Nickels.

Die Feriensprachkurse werden durch das rheinland-pfälzische Bildungsministerium sowie durch das Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz finanziert. Die Kooperation zwischen Volkshochschulen und Schulen geht auf eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz mit den beiden Ministerien im Jahr 2009 zurück.

 

26.09.2016

Fremdsprachen lernen – Volkshochschulen machen es möglich!

Europäischer Tag der Sprachen am 26. September 2016

Mainz, 26.09.2016. Wenn Menschen mehr als eine Sprache sprechen, profitiert davon nicht nur jede und jeder Einzelne, sondern die ganze Gesellschaft. Kenntnisse in mehreren Sprachen fördern das Verständnis für andere Kulturen, erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und sind eine wichtige Voraussetzung zur Völkerverständigung.

Auf Initiative des Europarates wurde erstmals am 26. September 2001 der Europäische Tag der Sprachen begangen. Ziel ist es, an diesem Tag zum Lernen von Sprachen zu motivieren, die individuelle Mehrsprachigkeit zu fördern und zur Wertschätzung aller Sprachen und Kulturen beizutragen. Die EU fasst ihr sprachenpolitisches Ziel in der Formel „1+2“ zusammen: Alle sollten neben ihrer Muttersprache zwei Fremdsprachen beherrschen.

Der Tag der Sprachen ist daher eine gute Gelegenheit, den Beschluss zu fassen, eine neue Fremdsprache zu lernen oder vorhandene Fremdsprachenkenntnisse wieder aufzufrischen und zu verbessern! Wie keine andere Bildungseinrichtung unterstützen die Volkshochschulen die Menschen beim Lernen von Fremdsprachen.

Die Volkshochschule ist die größte deutsche Sprachenschule mit einem Angebot von mehr als 50 Sprachen und jährlich rund 1,8 Millionen Teilnehmer/innen bundesweit. Neben den großen Fremdsprachen wie Englisch, Spanisch, Französisch oder Italienisch wächst die Nachfrage nach anderen Sprachen, wie etwa Arabisch, Türkisch, Polnisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch oder Koreanisch. Auch Gebärdensprache können Interessierte an der vhs lernen.

Die Volkshochschulen kombinieren den klassischen Sprachunterricht im Kurs immer mehr mit digitalen Angeboten, z.B. für Selbstlernphasen außerhalb von Kursterminen. So kann jeder mit der vhsApp für Smartphones die eigenen Sprachkenntnisse testen und spielerisch selbst entdecken, wie gut sein Englisch, Spanisch, Polnisch oder Türkisch schon ist.

Über 30% aller Volkshochangebote in Rheinland-Pfalz sind Sprachkurse. Hier lernen jährlich über 80.000 Teilnehmer/innen in rund 9000 Kursen 30 verschiedene Sprachen. Viele davon dokumentieren ihre Sprachkenntnisse für sich selbst oder für berufliche Zwecke mit einem international anerkannten Sprachenzertifikat, z.B. des Goethe-Instituts oder der University of Cambridge. Ein umfangreiches Spektrum aufeinander abgestimmter Sprachprüfungen bieten die vhs-eigenen Europäischen Sprachenzertifikate der telc gGmbH mit Prüfungen in 10 Sprachen.

 

21.09.2016

„Zusammen mehr erreichen – gemeinsam für Grundbildung“: Konferenz des Projekts GrubiNetz am 21. September 2016 in Mainz

Mainz, 21.9.2016 „Zusammen mehr erreichen – gemeinsam für Grundbildung“: unter diesem Motto veranstaltete das Projekt „GrubiNetz – Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung Rheinland-Pfalz“ eine überregionale Konferenz, um die Zukunft der Grundbildung in Rheinland-Pfalz zu diskutieren und Zwischenbilanz nach zweieinhalbjähriger Projektlaufzeit zu ziehen.

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf eröffnete die Konferenz und betonte in seinem Grußwort die trägerübergreifende Zusammenarbeit im Projekt: „Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, dass alle an einem Strang ziehen, damit sich für jede und jeden in Rheinland-Pfalz die Chancen der gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Teilhabe erhöhen.“

Die Ergebnisse ihrer „Umfeldstudie“ stellte Dr. Wibke Riekmann vor, die sich der Frage widmet, warum nur ein Bruchteil der Menschen mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen einen Kurs besucht, um die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Die Studie zeigt, dass Betroffene von ihrem eigenen Umfeld häufig stark unterstützt werden und sich alternative Wege für ihr eigenes Lernen suchen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Österreich diskutierten die Teilnehmenden der Konferenz wie Menschen mit Grundbildungsbedarf noch besser erreicht werden können, dazu  ließen sie sich von Video-Impulsen aus vier verschiedenen Grundbildungszentren inspirieren.

Das Projekt „GrubiNetz“, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur gefördert wird, baut in Rheinland-Pfalz seit 2014  Unterstützungsstrukturen und ein Kompetenznetzwerk aus. Es besteht mittlerweile aus rund 120 Institutionen und Akteuren, die mit Menschen in Kontakt kommen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Das sind beispielsweise Beschäftigte in Beratungsstellen, Jobcentern, Bibliotheken, Weiterbildungseinrichtungen oder in der Verwaltung. Vor allem dank seiner Unterstützerinnen und Unterstützer aus verschiedensten Institutionen kann das Netzwerk Menschen mit Grundbildungsbedarf erreichen und ihnen passende Angebote zur Verfügung stellen.

„Wir stehen mit der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit vor einer großen gesellschaftspolitischen Aufgabe, die nur gemeinsam mit unserem Netzwerk,  trägerübergreifend und mit staatlicher Förderung möglich ist“ so Gabriele Schneidewind, Projektträgerin und Geschäftsführerin von Arbeit&Leben gGmbH. „Dass wir so viele Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden haben, zeigt, wie ernst das Thema in den verschiedenen Institutionen genommen und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen wird.“

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der nächsten Seite und unter www.grubinetz.de.

 

06.09.2016

Weltalphabetisierungstag am 8. September 2016

Mainz, 6.9.2016 Den Morgen mit einer Tasse Kaffee und Zeitung Lesen beginnen, dann im Büro Mails bearbeiten, in der Mittagspause schnell den Einkaufszettel schreiben, am Nachmittag den Kindern bei den Hausaufgaben helfen und noch eine Rechnung überweisen. So oder so ähnlich könnte ein typischer Tagesablauf in Deutschland aussehen. Doch gibt es Menschen, die solch alltägliche Aufgaben vor unüberwindliche Hürden stellen.

Laut leo.Level-One Studie (2011) haben in Deutschland rund 7,5 Millionen Menschen Schwierigkeiten mit der Schriftsprache. Davon sind etwa 60 Prozent Muttersprachler und auch rund 60 Prozent berufstätig. Darauf möchte das Projekt „GrubiNetz – Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung Rheinland-Pfalz“ anlässlich des Weltalphabetisierungstags mit unterschiedlichen Aktionen aufmerksam machen und dadurch möglichst viele Menschen mit Grundbildungsbedarf und ihr Umfeld erreichen. Außerdem will das Projekt nachhaltige Strukturen schaffen, um für jede und jeden in Rheinland-Pfalz die Teilhabechancen am sozialen und ökonomischen Leben zu erhöhen.

Das Projekt „GrubiNetz“, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur gefördert wird, zeigt den Film „Dyslexie“ in Daun (7.9., Kinopalast Vulkaneifel), Cochem (8.9. Apollo), Trier (8.9., Broadway-Filmtheater), Bitburg (13.9., Skala) und Wittlich (22.9. Klara-Viebig-Schule). Begleitend dazu informiert GrubiNetz mit weiteren Aktionen über die Thematik und die Arbeit des Projekts.

In der Kreisverwaltung Daun wird vom 29.8.-9.9. die Ausstellung „Wie lebt es sich in einer Welt ohne Buchstaben?“ gezeigt. Außerdem informiert „GrubiNetz“ beim Kreisheimattag in Altenkirchen am 11.9. über die Arbeit des Projekts. Mit dem Vortrag von Marta Fröhlich „Einfache Sprache – leichter lesen“ zeigt GrubiNetz gemeinsam mit der Volkshochschule Worms und der Öffentlichen Bücherei, wie Menschen mit Grundbildungsbedarf mit Hilfe von vereinfachter Sprache im Alltag geholfen werden kann. Der Kreis der Veranstaltungen von „GrubiNetz“ anlässlich des Weltalphatags schließt sich mit dem Film „Der älteste Schüler der Welt“ am 8.10. im Kommunalen Kino in Oppenheim. Begleitend zum Film wird die Ausstellung „Wie lebt es sich in einer Welt ohne Buchstaben?“ gezeigt und ein musikalisches Programm geboten.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie im Anhang und unter www.grubinetz.de.

 

17.05.2016

Mit Chromebooks online Deutsch lernen

Großspende an Volkshochschulen

Mainz, 17.05.2016. Begleitend zu Deutschkursen können Geflüchtete in der Volkshochschule Speyer jetzt das Gelernte online vertiefen. Das bundesweite „Project Reconnect“ stellt dazu 13 Chromebooks zur Verfügung.

Mit dem „Project Reconnect“ haben Google.org, der Arbeiter-Samariter-Bund und die Deutsche Telekom eine Initiative zugunsten der Flüchtlingshilfe in Deutschland gestartet. Projektziel ist es, Geflüchteten durch den Zugang zu Informations- und Bildungsangeboten zu helfen, ihr Leben wieder aufzubauen. Eine Großspende von Google hat den Kauf der Chromebooks, d.h. Notebooks mit Online-Speicher, ermöglicht. Die gemeinnützige Initiative NetHope gibt diese an Weiterbildungseinrichtungen weiter, die Angebote für Geflüchtete machen. Hier hat sich auch die vhs Speyer beworben.

Vier Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz profitieren von dem Projekt: neben der vhs Speyer erhalten die vhs Bernkastel-Kues, die vhs Bingen und die kvhs Mainz-Bingen insgesamt  50 Chromebooks.

Die Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz leisten bereits seit vielen Jahren im Sprach- und Integrationsbereich umfassende Arbeit: Rund 50 Prozent der vom BAMF zugelassenen Integrationskursträger in Rheinland-Pfalz sind Volkshochschulen. Allein im letzten Jahr haben die Volkshochschulen neben den Integrationskursen rund 650 Deutschkurse und weitere Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete durchgeführt.

Damit sind die Volkshochschulen aus Sicht des Vorsitzenden des vhs-Landesverbandes, Landtagspräsident Joachim Mertes, wichtige Integrationszentren in allen Kommunen des Landes: „Als professionelle Integrationsdienstleister sind Volkshochschulen mit Blick auf die Integration der vielen Geflüchteten unverzichtbar.“

„Der Einsatz von Chromebooks ist eine sinnvolle Ergänzung zu den Deutsch-Einstiegskursen, der Erwerb der deutschen Sprache kann hier online vertieft werden“, freut sich Ewald Gaden, Direktor der vhs Speyer. „Wir verweisen die Teilnehmer/innen der Deutschkurse auf das Internetportal „Ich-will-deutsch-lernen“. Damit stellt der Deutsche Volkshochschul-Verband ein Instrument zur Unterstützung der sprachlichen, gesellschaftlichen und beruflichen Integration von Zugewanderten zur Verfügung“, ergänzt Steffi Rohling, Verbandsdirektorin des rheinland-pfälzischen Volkshochschulverbandes.

 

 

02.05.2016

Mitgliederversammlung der rheinland-pfälzischen Volkshochschulen am 30.04.2016 im Neuen Schloss Simmern

Simmern, 30.04.2016. „Visionär – Vertraut – Volkshochschule“ unter diesem Motto haben die rheinland-pfälzischen Volkshochschulen ein Jahr lang intensiv die Zukunft ihrer Einrichtungen diskutiert, haben Konzepte, Arbeitsprogramme und Strategien entwickelt. Entstanden ist ein Zukunftspapier, das auf der heutigen Mitgliederversammlung verabschiedet wurde.

Auch in den nächsten Jahren stehen Volkshochschulen vor großen Herausforderungen – Integration, Grundbildung, digitale Teilhabe und demografischer Wandel bilden hier die Kernthemen. Diesen Aufgaben wollen sich die Volkshochschulen stellen, dazu bedarf es aber der nötigen Rahmenbedingungen.

Der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Volkshochschulverbandes, Landtagspräsident Joachim Mertes, betonte: „Volkshochschulen sind seit jeher Orte der Begegnung und der Vielfalt. Hier wird Integration gelebt. Rund 50 Prozent der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugelassenen Integrationskursträger in Rheinland-Pfalz sind Volkshochschulen.“ Dennoch: „Damit die Volkshochschulen die Integrationsaufgaben in den nächsten Jahren bewältigen können, brauchen sie eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung“, forderte Mertes.

Im Neuen Schloss in Simmern diskutierten Dr. Ernst Dieter Rossmann, Vorsitzender des Deutschen Volkshochschulverbandes, Bildungsministerin Vera Reiß und Ute Friedrich, Leiterin der Volkshochschule Hunsrück die Frage: „Wie sieht die Zukunft der Volkhochschule aus?“

Dr. Ernst Dieter Rossmann (MdB) begrüßt und unterstützt den Schritt der rheinland-pfälzischen Volkshochschulen, mit ihrem Zukunftspapier in den Dialog mit der Kommunal- und Landespolitik zu treten. „Wir brauchen Partnerschaft bei Politik und Öffentlichkeit für den gemeinsamen Weg“, so Rossmann. Dabei bauen die Volkshochschulen ihre Zukunft auf ein solides Fundament: „Die Zahlen zeigen eine imponierende Leistung: 400 000 Teilnehmer/innen – das ist zwei Mal ganz Mainz ein Mal im Jahr in der vhs“, erklärte Rossmann.

Vera Reiß, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, unterstrich: „Die Volkshochschulen mit ihrer kommunalen und zivilgesellschaftlichen Verankerung sind Garant für ein plurales, leistungsfähiges, flächendeckendes und vor allem auch bezahlbares Weiterbildungsangebot. Sie sind unverzichtbar für das lebensbegleitende Lernen und treibende Kraft für verbesserte Bildungschancen und gesellschaftliche Integration.“ Ute Friedrich, Leiterin der vhs Hunsrück, stellte klar, dass „Volkshochschulen auch in Zukunft zur Daseinsvorsorge gehören müssen. Ihre kommunale und regionale Verankerung sind zentrale Elemente ihrer und unserer Identität.“

 

Kontakt

Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz e.V.

Geschäftsstelle
Hintere Bleiche 38
55116 Mainz
Tel.: 0 61 31 / 2 88 89 0
Fax: 0 61 31 / 2 88 89 30

E-Mail: geschaeftsstelle@vhs-rlp.de

Bildungsprämie

Interner Bereich

Anmelden
VHS
telc
grimme
DIE