Landesverband Rheinland-Pfalz

Sprach- und Orientierungskurse für Flüchtlinge an Volkshochschulen

Hintergrund

Eine grundlegende Voraussetzung zur Verbesserung der Chancen zur Integration in den Arbeitsmarkt sind Kenntnisse der deutschen Sprache. Die Sprach- und Orientierungskurse für Flüchtlinge an Volkshochschulen richten sich gezielt an Asylbegehrende und Geduldete ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse.

Zielgruppen

Die Sprach- und Orientierungskurse richten sich an

  • Asylbegehrende und vergleichbare Zielgruppen (Asylbewerberinnen und Asylbewerber - §13 AsylVfG, Personen im Sinne des Kapitel 2. Abschnitt 5 des Aufenthaltsgesetzes - Aufenthalt aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen)

sowie

  • Geduldete nach § 60a Aufenthaltsgesetz.

Teilnahmeberechtigt sind Personen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse, die nicht mehr schulpflichtig sind und keinen Anspruch auf Teilnahme an einem bundesgeförderten Integrationskurs haben Die Feststellung der vorhandenen deutschen Sprachkenntnisse erfolgt über eine Bedarfsanalyse/Kompetenzfeststellung. Entsprechend der Ergebnisse dieser Feststellung wird entschieden, ob eine Aufnahme in das Projekt erfolgen kann bzw. welcher Kurstyp für den/die jeweilige/n Teilnehmer/in zum Tragen kommt.

Kurstypen

Sprachstart

Dieser Kurs richtet sich an Personen, die über keine bzw. sehr geringe Deutschkenntnisse verfügen. Ziel dieses Moduls ist es, Möglichkeiten für eine grundlegende Verständigung zu schaffen. Der Fokus des Kurses liegt neben der Erfahrung von Selbstwirksamkeit auf der sprachlichen Erstorientierung der Teilnehmenden. Diese sollen darin unterstützt werden, ihren unmittelbaren Lebensalltag sprachlich besser zu bewältigen und ihre Angelegenheiten in ihrem Sinne vor Ort regeln und Partizipation am Alltagsgeschehen zu ermöglichen.

Sprachvertiefung

Dieser Kurs richtet sich an Personen, die über erste Deutschkenntnisse verfügen (z. B. durch Besuch eines Sprach-Start-Kurses) und diese anwendungsorientiert vertiefen und systematisieren wollen. Ziel des Moduls ist es, die bereits erworbenen sprachlichen Kompetenzen der Teilnehmenden für eine grundlegende Verständigung sukzessive und auf die individuellen Bedarfe angepasst zu erweitern. Der Fokus des Kurses liegt neben der Erfahrung von Selbstwirksamkeit auf einem Ausbau der sprachlichen Erstorientierung der Teilnehmenden. Diese sollen darin unterstützt werden, ihren unmittelbaren Lebensalltag sprachlich zunehmend besser zu bewältigen und ihre Angelegenheiten in ihrem Sinne vor Ort regeln und Partizipation am Alltagsgeschehen zu ermöglichen.

Orientierungskurs

Dieser Kurs richtet sich an Teilnehmende mit Basiskenntnissen der deutschen Sprache. Der Kenntnisstand sollte dem Niveau des zweiten Moduls „Sprachvertiefung“ ungefähr entsprechen. Der Kurs stellt das Wohn- und Lebensumfeld der Teilnehmenden in den Mittelpunkt. Ziel des Moduls ist, dass sich die Teilnehmenden in ihrem neuen sozialen Umfeld als Menschen erleben, die ihre Interessen wieder eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt vertreten und ihr Leben entsprechend gestalten können. Dazu ist es wichtig, dass sie die Beratungsangebote, sowie die wichtigsten Behörden und Unterstützungsangebote ihrer neuen Kommune durch Exkursionen und Begegnungen mit Schlüsselpersonen noch besser kennenlernen und ihre Anliegen und Interessen aktiv und selbstbestimmt dort einbringen und vertreten können, etwa im Hinblick auf Jugendmigrationsdienst, Migrationserstberatung, Berufsberatung, Jobcenter, Agentur für Arbeit, kommunale Verwaltungen, Träger der freien Wohlfahrtspflege, Volkshochschulen und andere Weiterbildungsträger, Kindertagesstätte, Schulen etc.

Umfang

Jedes Kursmodul umfasst 100 Unterrichtsstunden á 45 Minuten. Um den Lernerfolg zu sichern, ist eine Durchführung in einem möglichst zeitlichen engen Zeitkorridor (rund drei Monate) vorgesehen, mindestens zehn Stunden wöchentlich.

Bedarfsanalyse und Feststellung des Lernfortschritts

Bei jedem/jeder Teilnehmenden wird bei Kursbeginn eine Situationsanalyse durchgeführt, in der der Kenntnistand ermittelt wird und mögliche Lernziele herausgearbeitet werden (Bedarfsanalyse). Bei Kursende (bzw. Projektaustritt) wird der erreichte Kenntnisstand ausgewertet und potentielle weitere Entwicklungsmöglichkeiten werden aufgezeigt (Feststellung Lernfortschritt). Hierfür sind insgesamt je Kurs acht Unterrichtsstunden (á 45 Minuten) vorgesehen.

Förderung

Dieses Projekt trägt dazu bei, die Arbeitsmarktpolitik des Landes Rheinland-Pfalz umzusetzen und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz gefördert. Der Europäische Sozialfonds ist das wichtigste arbeitsmarktpolitische Instrument der Europäischen Union. Die Mittel aus dem ESF werden dazu eingesetzt, die Förderung der Beschäftigung in Rheinland-Pfalz zu verbessern und Arbeitskräfte und Unternehmen besser auf die neuen globalen Herausforderungen vorzubereiten. Näheres erfahren Sie auf der ESF-Website der Europäischen Kommission (http://ec.europa.eu/esf/ ) und auf der Website der ESF-Verwaltungsbehörde Rheinland-Pfalz (www.esf.rlp.de ).

Förderung

 

Kontakt

Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz e.V.

Geschäftsstelle
Hintere Bleiche 38
55116 Mainz
Tel.: 0 61 31 / 2 88 89 0
Fax: 0 61 31 / 2 88 89 30

E-Mail: geschaeftsstelle@vhs-rlp.de

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